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Reinigender Atemkomplex mit Aktivierung der Hauptbandhas

Die Abfolge von Atmungstechniken in subtilen Asanas in Stehen dient dazu den Organismus zu reinigen und auf die intensiven Körperstellungen vorzubereiten. Dabei Werden die Bandhas aktiviert und Kumbhaka (der Atemrückhalt) als Pranayamisches Element nach und nach ausgedehnt.
Bei der Ausführung dieser Praxis sollten „die Grundsätze der Yoga-Asana Praxis“ von Yoga4u beachtet werden.

Die Haupt-Bandhas = Die Verschlüsse / Siegel

Mulha Bandha                 >     Der Wurzelverschluss
Nabi Bandha                   >     Der Nabelverschluss
Uddhiana Bandha           >     Der Zwerchfellverschluss
Jalandhra Bandha           >     Der Kehlkopfverschluss

Die Bandhas sind ein weiterer, elementarer Aspekt der Yoga-Asana Praxis und dienen dazu, die generierte Energie an die gewünschten Stellen im Körper zu lenken. Zu Beginn ist es schwierig, die Bandhas in den Asanas zu aktivieren, daher ist es sinnvoll, die Verschlüsse am Anfang isoliert, in dafür vorgesehenen, subtilen Körperstellungen zu üben.

Die Abfolge:

  • Kapalabhati 10-25 oder mehr Mal
  • Vollständige Einatmung mit Öffnung der Körpervorderseite und subtiler Rückwärtsbeuge im Stehen
  • Hauchende und vollständige Ausatmung durch den Mund
  • aktivierung der Bandhas bei Bahaya Kumbhaka (Dem Atemrückhalt im Ausgeatmeten Zustand) in Uddhianabandhasana (die Stellung zu Uddhiana Bandha)
  • Vollständige Einatmung durch die Nase unter Wahrung der drei Haupt-Bandhas
  • Antara Kumbhaka (Der Atemrückhalt im Eingeatmeten Zustand) in Tadasana (die Stellung des Berges)
  • Einige spontane und ruhige Atemzüge durch die Nase zum Nachfühlen in Tadasana (die Stellung des Berges)

Dazu einige Hinweise und Erläuterungen:

Allgemeine

  • Dieser Atemkomplex ist sehr intensiv und es kann leicht zu ungewohnten
    Empfindungen kommen. Dabei geht es darum Grenzen zu erkennen und auszuweiten. Jedoch soll darauf geachtet werden, dass nicht das Bewusstsein verloren Geht oder Bitterer Schmerz auftaucht.
  • Personen mit Leiden, insbesondere die Druckverhältnisse im Körper betreffend, sollten dies Praktik nur unter Anleitung eines erfahrenen Lehrers ausführen.
  • Die Atmung sollte eher aus dem Hals als aus der Nase kommen, obwohl durch die Nase geatmet wird (ausser bei der hauchenden Ausatmung). Der Unterschied ist leicht am Geräusch zu erkennen.
  • Beginnt man mit dieser Praxis, soll sie nicht mehr als fünfmal hintereinander ausgeführt werden.
  • Kumbhaka soll immer wie mehr ausgedehnt werden. Wirklich hilfreich, um die Stille des Geistes zu erfahren, wird diese Technik ab drei Minuten im atemlosen Zustand. 
  • Die beschriebene Praxis kann zu gegebener Zeit durch weitere Atemtechniken (Bhastrika = die vertikale Atmung) und reinigenden Techniken (Bsonders Nauli I-III) Ergänzt werden. Diese sollen jedoch von einer erfahrenen Lehrerin oder einem erfahrenen Lehrer vermittelt werden.

Spezifische

  • Kapalabhati ist die horizontale Atmung. Sie erfolgt in erhöhter Frequenz durch aktive Ausatmungen aus dem Bauch, wobei die Einatmungen durch Entspannung des Bauchraumes passiv und spontan eintreten.
  • Die Hauchende Ausatmung geschieht mit voller Kraft, wie wenn alles in uns herausgebracht werden sollte.
  • Die Bandhas können einzeln oder alle drei zusammen aktiviert werden. Bei den empfohlenen fünf durchgängen werden die ersten drei mal die Bandhas einzeln von unten nach oben aktiviert, bei den letzten zwei mal sollen alle drei Verschlüsse zusammen gehalten werden.
  • Bei Udhianabandhasana ist darauf zu achten, dass die knie leicht gebogen sind und in der Leistengegend mit den Händen abgestützt wird. Der Rumpf wird durch die geraden Arme gestreckt, das Herz ist dabei offen.
  • Bei der Vollständigen Einatmung durch die Nase ist -besonders nach längerem Atemrückhalt- darauf zu achten, dass es nicht zu einem so genannten „Jurk“ Kommt. Dies äussert sich in einer hastigen, geräuschvollen und unkontrollierten Einatmung. Um dieses Phänomen zu verhindern gibt es einen Trick: Bevor nach dem Atemrückhalt im ausgeatmeten Zustand (Bahaya Kumbaka) wieder eingeatmet wird, wird mit einem kurzen Stoss nochmals ausgeatmet (es befindet sich immer noch ein wenig Restluft in den Lungen), um erst dann wieder Luft einzusaugen. So wird der „Jurk“ verhindert.
    Ausserdem ist bei dieser Einatmung darauf zu achten, dass die Bandhas –besonders Jalandhara- beibehalten werden.
  • In Antara Kumbhaka sollen auch die drei Hauptbandhas gewahrt werden. Hier ist es unabdingbar, vor allem Jalandhara Bandha zu aktivieren. Wird dies nicht beherzigt, können üble Komplikationen auftreten!
  • Das Nachfühlen ist elementarer Bestandteil dieses Atemkomplexes.

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